Zufluchtsemotionen (I)

Du bist nicht
dein Gefühl, sagt der YOGI,
du bist: mehr,
du bist: das dahinter,
das davor oder überhaupt
das Oberhaupt.
Selten gelingt es mir, die Schirmherrschaft über meine Emotionen zu erlangen, vielleicht auch deshalb, weil ich flache Hierarchien bevorzuge.

Es gibt Gefühle, die können Herbergen sein. Gefühle, die sagen: ich ummantle dich Wanderer, wenn dein Weg zu steinig wird und du zu durstig. Meine Türen stehen dir offen (24/7, dem Kapitalismus zum Dank).

Auch D. sagt, seine Türen stehen (mir) immer offen. Und er sagt, ich müsse nur fest genug drücken, um das Gatter, das eigentlich immer offen steht, zu öffnen, weil es doch auch immer irgendwie klemmt.
Ich sehe mich mit meinem Bein schwungvoll gegen das Tor treten, gegen ein Gatter mit Resonanz, ein Stimmgabelgatter mit schrägem Ton, der als bitterer Nachgeschmack an mir hängen bleibt.

Back to the roots: Gefühle;
Wir alle haben Zufluchtsemotionen, die uns einladen, uns ihre Formen überzustülpen, besonders dann, wenn man sich selbst gerade formlos fühlt.
Welche Spelunken würdest du niemals besuchen und in welchen Saloons verkehrst du täglich? In welchen deiner Gastgärten gibt es das billigste Bier oder zumindest warmen Kakao und wo würde sich deine Mutter niemals blicken lassen?

Emotionsgärten sind mitunter verlogene Hunde, die ihre Angebote in die Nacht heulen, im Wetteifer darum, dich als Kunden einzuwerben. Sie wollen dich mit ihren Versprechen ködern, dir Alternativen zu ihren Mitstreitern im Sonderangebot präsentieren, dich täuschen und notfalls betrügen, um selbst zu überleben.

Du bist: der Zufluchtsort/deiner
Emotionen/ der Körper
der ihnen Form verleiht.

[…]


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