Meine Zufluchtsemotion ist Angst. Nicht etwa, weil ich vor so vielem wirklich Angst hätte; vielmehr, weil so viele Unersetzliche (vorweg wie stets, Banditen Nr.1: die Eltern) wohl lieber ein Bambi gepflegt haben als sich vor einem Jäger verstecken zu müssen. Jedes ((Ur-)) (Groß-) mütterliche Streicheln über den Kopf des verschreckten Rehkitz‘ bloß Selbstfürsorge, jede Fütterung durch den ((Ur-)) (Groß-) Vater ein Wiedergutmachungsdienst am anderen Geschlecht.
Ich stelle mir vor, wie KleinMonika plötzlich beim weihnachtlichen Truthahn-Fressgelage das Gewehr des Jägeronkels aus der Küchenecke holt, ihn erschießt und enthauptet und zu all den anderen Schädeln seiner Trophäensammlung hängt. (Nicht vergessend: zuvor ein Foto vom Erlegten, ein Bein am fetten Bauch des Onkels, stolz grinsend abgestützt am Lauf seines Gewehrs)
Es hat mir noch nie besondere Befriedigung bereitet, mir Leid oder Demütigung anderer Menschen auch nur vorzustellen. Vielmehr fühle ich eine Genugtuung dabei, daran zu denken, dass ich mich ÜbeltäterInnen heute entziehen kann, während sie sich selbst lebenslang nicht loswerden. Ein Privileg, das mich, süffisant grinsend, über sie erhebt, denn: der ultimative Todesschütze steckt in der eigenen Brust.
Wohin führt dich dein Kompass wenn sich die Felder deiner Erde verrücken buhlen die Emotionen um dich ein Heulen gegen den Wind;
Hinterlasse einen Kommentar