Potpourri des Verderbens

Leidenschaftlich zergehen meine Gesprächspartner:innen in ihrer Angstlust, werden zu einer dunkelbunten amorphen Masse, einer Barbaletta des Grauens, aus deren Mund die Endzeitwörter in meine offenen Hände fallen und mich zum Potpourri ihres Verderbens machen; es riecht nach Angstschweiß und verbrannter Erde.

Es scheint mir, als wäre die Liste der Dinge, die Menschen in die Verzweiflung treiben, gerade grenzenlos und vorallem scheint mir, dass mehr denn je darüber gesprochen wird. Doch es ist kein therapeutisches Sprechen, keine Sehnsucht nach Katharsis. Es ist die Suche nach Verbündeten in der Apokalypse, nach jemanden, mit dem man sich um 5 vor 12 zum Weltuntergang auf 1 Bier verabredet.

Was kommt nach der Apokalypse, frage ich Google und bleibe bei den verschiedensten Untergangsszenarien hängen: „Atomkriege, Umweltkatastrophen, Killerviren, Bevölkerungsschwund – welcher Weltuntergang wäre Ihnen denn am liebsten, wollen Sie Ketchup oder Majo drauf und sollma ihn einpacken? Die vier apokalyptischen Reiter, Putin, Adolf, Chrupalla, Kickl (oder auch kurz PACK genannt) galoppieren auf ihren Gäulern durch das schwarze Mordor einer erkalteten Liebe (Matthäus 24:12).

die geschichten fallen
aus ihrer zeit
leuchtend verglühen trümmer_
teile: erhitzt
an der welt.

your lips, my lips, apokalypse, singe ich in Gedanken, zünde mir die letzte Zigarette vor Armageddon an und bestelle mir noch schnell  einen Aufkleber auf Amazon: „Weltuntergang 2024, ich war dabei.“

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