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Texte sind Gefäße, in die ich meine Bedeutung lege, mit dem Versprechen, sie jederzeit wieder zurückzubekommen. Doch manche Texte sind Porzellan, dicht gepresst zu porenfreien Schichten, so filigran, dass sie den Anschein erwecken, bereits bei der kleinsten Berührung zu Bruch zu gehen und die in sie eingegossene Schreiber*in samt Leser*in unter den Scherben zu begraben. Texte, bei denen Leser nach der Lektüre nie unversehrt wieder herauskommen.
Ein Buch muss
die Axt sein, für das gefrorene
Meer in uns
soll Kafka geschrieben haben, doch ich sage,
die Leserin muss die Schläge tun;
manche texte
sind das tote
meer, in denen die autorin
ertrunken ist nur die leserin
kann sie bergen oder immer
und immer wieder sterben lassen
Doch was, wenn die Leser*in dabei selbst immer wieder in ihr eigenes totes Antlitz blicken muss?
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