Möglichkeitskörper

Unsere Fantasien eines „Was-wäre-wenn“ sind
der Haar­riss im bröckelbrüchigen Gemäuer
unseres Alltags, der Spalt im Mauerwerk
des Gewohnten, ein Sehschlitz ins Möglichland,
durch den wir hindurchsehen dürfen
in der Angst,
in der Hoffnung,
dass der poröse Putz der uns umrahmenden
Wände doch endlich über uns einstürzen möge,
dass wir aus unserer Ruine lichtdurstig
gen Sonne steigen.

Unsere Augen werden zu Brenngläsern
zwischen den Mauerritzen vergrößern
unsere Blicke die verborgenen
Vielseinsmöglichkeiten, der heftige
Atem unserer Sturmherzen wirbelt
unsere Möglichkeitskörper frei

Das Ab
  blättern
des rostigen

  Schalen
    körpers

schimmert
  selbst
    vergessen

aus den
 eingestürzten

  Selbst
    verständlich
      keiten

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