Grauer Blick (2)

…Dort angekommen liegt er, ein Fang im eigenen Kadaver, fremd und taub, den Blick gen Himmel gerichtet, den Geist in den Wolken baumelnd zwischen  Krähen, die wie Geier über ihm kreisen;
„Take On Me“
Take Me On“
brüllt es aus den Geierschnäbeln.
Ein synthetischer Rhythmus schiebt sich gegen
die Reste des Traums; der Wecker: sein Befehl.

Reglos bleibt er liegen, spürt das schwere Nicht-Wollen in seinen Gliedern, das Sich-gegen-den-Takt-Stemmen. Die Krähen zerfallen, der Himmel wird zur Decke, nochmals schließt er seine Augen, um dem Tag einen Takt länger zu entkommen. Doch: Der Takt arbeitet sich in seine Muskeln und Gelenke, seine Arme, seine Beine, zwingt ihn in die Vertikale; Der Boden unter seinen Füßen ist zu fest, kein Nachgeben, kein Spielraum. Der Tag hat ihn übernommen. Gehorsamkeitsgeschult tragen ihn seine Beine Richtung Badezimmer, durch die Übergangszone zwischen Schlaf und Funktion – im Spiegel wartet der graue Blick, ein Abbild der Außenstelle seiner selbst.

Sein Blick bricht
in die Augen hinter
dem Spiegel bricht
in die Leere ein.

Die leere
ist                                                                                     dicht
die                                      leere
                                            zieht ihn in
richtung                                                                         erdkern
                                            die leere
                                                          
                                            zieht ihn                                                                                                                                                                

ins innere
seiner selbst

Es ist, als gäbe es
dort keinen

wi
der
stand

der
blick
glei
tet

rutscht
nach
in
nen

kei
nen
halt

kei
ne
gren
ze

un_
klar
heit

auf
wel
cher

sei
te

er
sich

be
fin
det

die
lee
re

hin
ter

dem
glas

fühlt
sich


her

an

als das Gesicht davor.

Er möchte nicht mehr
abrutschen an zu glatten
Oberflächen, unter denen
nichts mehr nachgibt.

Der Tag wartet auf ihn,
aber er tritt noch nicht ein.

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