Im Traum stehe ich inmitten einer stillen Waldlichtung. Der Boden unter meinen Füßen ist weich und federnd, bedeckt von dichtem Moos. Ein grüner Schimmer umgibt mich, warmes Licht scheint durch die Blätterdächer, es ist, als würde der Wald atmen.
Aus einer felsigen Anhöhe vor mir entspringt ein Wasserfall, ein wilder und zugleich anmutiger Sturz. Die Felsen rund um den Wasserfall sind von Moos und Farnen überwuchert, ihre Formen vom Wasser weichgezeichnet. Mein Blick verliert sich in den Bewegungen des Wassers, durch die ein türkiser Schein leuchtet. Es ist Salovan, ein Wasserwesen, etwa in der Größe eines Neugeborenen.
Salovan hüpft im Sprudeln des Wassers, wird zum Sprudeln, ist formlos und Gestalt zugleich. Ich nehme Blickkontakt mit ihm auf, was dazu führt, dass ich von ihm sogleich ins Wasser gezogen werde. Wider Erwarten ist das Wasser erfrischend und zugleich angenehm warm. Salovan hält mich an der Hand und zieht mich hinab in die Tiefe, uns umgibt bloß Dunkelheit, ein Schwarz, das mich beängstigt. Das Wesen spürt meine Angst und gibt mir zu Verstehen, dass in jedem Dunkel das Licht selbst wohne; ich werde selbst zu einem Schein, der mir den Weg erleuchtet.
Salovan führt mich zu einer Höhle, die einem Tunnel gleicht, aus dem ein greller Schein strahlt. Er fordert mich auf, die Augen zu schließen, um der Blendung nicht zu erliegen und ich befolge seinen Rat. Der Schein verliert an Grellheit, ich öffne meine Augen und blicke mich um. Die Höhle wird von bunten Lichtern, die aus den Edelsteinen an ihren Wänden leuchten, erstrahlt.
Im Zentrum des Raumes steht ein Brunnen mit spiegelglatter Wasseroberfläche, aus dem mir mein Ebenbild entgegenblickt. Je länger ich es betrachte, desto jünger wird mein Spiegelselbst. Ich werde zur Jugendlichen, werde zum Kind, bin schließlich ein Neugeborenes, dessen Abbild sich allmählich aufzulösen beginnt. Ich weiß, dass es nun die Ur-Essenz ist, die von ihm übrig geblieben ist: ein buntes, tanzendes Leuchten;
Die Farben im Brunnen sind unaufhörlich in Bewegung. Es ist ein leuchtendes Schauspiel, in das auch Salovan eintaucht, der mit den Farben und Formen tanzt. Helle Blautöne sind durchzogen von leuchtendem Orange, grüne Schimmer weben sich um rosarote Schleier, gelbe Tupfen tanzen mit violetten Schlieren. Es ist ein Fest, spielerisch und lustvoll und ich denke:
Nichts
anderes
ist es, ich bin
nichts anderes,
als der reine Tanz,
die Liebe, die alle Formen
annehmen kann.

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