Die Zunge

ist ein Segel im Wind (er weht frostig)
ein Zögern (ein Zittern)
die Lappen flattern flach

Wie Feuersteine
brennt das Nein
in den Mündern
V
erbissenes wärmt

Wenn die Zunge müde wird
öffnet sich im Gaumen ein Spalt
: die Stimme ist frei (bloß der eigene Knecht)

Regelmäßiges Erwachen um 2:15 (manchmal um 4:20)
Waren die Winter früher wärmer?
Warum werden hier wieder Bäume gefällt?

In der Nacht wachsen die Fragen
haltlos in den Himmel
Mein Gaumen ist ein
sternenloser (in Rissen)
sickern die Verfehlungen
vom Rachen in den Traum

Die eigenen                  Erklärungen
suchen                           und  
die anderen                  Lügen
finden

Die eigenen                  Lügen                            
                                        suchen                          
                                        und  

die anderen                 
Erklärungen                 finden

Die Zunge liegt quer im Mund
wie ein gefällter Mast trägt sie
noch die Verschleißspuren
vom Wind

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