Manson Sirius

in einer liebesunfähigen welt träume ich
dass m. manson frigide ist und schleuße
seinen wurmartigen leib durch die gänge
eines ausgeholten daseins; nichts hat
bestand, nur die radikale vergänglichkeit
die baumleichen liegen wie mikadostäbe
in den schlachthöfen des waldes; ich bin
ein blackbird und sirius herrscht über tod
und wiedergeburt.

wäre ich sirianer, müsste ich mich nicht um
meine ränder kümmern, nicht um das abstecken
meiner vorgärten (es ist zu trocken und ich lege
die dornenkronen auf den wüstensand)

doch immer noch frisst sich die gier durch
die knochen der zeit, arcturus flackert fern
: ein geduldiger liebesrest;

in deinen interaktionsritualen setzt du auf
die rückversicherung des anderen (ich zahle
vollkasko) die dunklen wolken der zurück
weisung ziehen bedrohlich über meinen
himmel hinweg; die redezeit bestimmt den
diskurs und ich warte auf den riss im gefüge
der stimmen, aus dem sich die weiße flagge
hisst; nur ein abrüsten der angst schützt uns
noch vor dem regress.

ich verliere mich in dokumentationen über
die sucht und denke an das wohlige gefühl
von benzos, dem versuch, dem lauten brüllen
der geier den schmerz, ihr aas, entgegen zu
werfen; was zu schnell tröstet, wirft lange
schatten, du bleibst im halbdunkel stehen.

in meinen träumen steige ich mit manson
in den keller, ein strahl aus licht zieht sich
zur säule auf und manson in seine mitte.
die schalen brechen von seinem gewebe
die namen fallen von ihm ab (ich ziehe das
m von manson über seinen kadaver, stülpe
marylin aus ihren gliedern, alle figuren, die
sich seiner bemächtigt kehren zurück ins
licht.
im halbdunkel
sehe ich sein verschwinden
in eine andere form von sichtbarkeit.

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