Manifest des Pfau

Im Schlaf überschreite ich Grenzen
überschreie sie/ unterbrülle ihr Gemäuer         lege alles in Schutt
und Asche/ phönixlos

knirscht mein Kiefer ein monotones Schleifen
die Kauplatten messern ihren Schmelz gegen
einander/ die Zähne versperren sich den Weg.

Als würden die Gedanken einen Ausgang suchen
aus dem Schädellabyrinth/ kriechen sie
wie Würmer durch ihre Löcher
wollen mir entkommen
sich hinausdenken

alles denkt sich
aus

die Gedankenflucht
führt ins Nichts.

WÜSTE!
Wenn sie nur
lange genug
durchwandern

DABEI:
Orientierungspunkte
suchen/ oder Markierungen
setzen/ feste Richtungen
wählen/ Fixsterne, die sie
in der Spur halten

doch immer
dieses Nachkippen
des Kopfes

dieses Innensehen: ein Schieferlegen
des Schädels doch nichts wird gerader,

du drehst dich kreiswärts
glaubst/ du kommst bei dir
an, wenn du lange genug
geradeausirrst durch die
Wüste wanderst/ über Sand
körner/ alle Sinne
gleichen einander;


„Ich wünschte“, sagt der Pfau,
„ich hörte ein Zwitschern.“
„Ich gäbe dem Pfeifen
den Anpfiff zurück
zöge den Sinn
aus den Würmern
der Stimmen
würde endlich
etwas hören
das nicht
aus mir kommt.“

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