Anker (um)runden

Die Sprache finden.

Inkludiert das,
dass du sie verloren hast?
Und wenn ja: wo?

Müsstest du nur an den Platz zurückkehren
an dem du zum letzten Mal
das Bedürfnis hattest, zu sprechen?

Aber es wurde doch längst
schon alles gesagt!

Innerhalb deiner Biegung
des Immergleichen,
: ein Kreisel,
: ein Versuch
ihm die Bahnen zu ebnen,
damit er in freier Fahrt
seine Runden drehen,
ungehindert Geschwindigkeit
aufnehmen konnte, bis zum
Stolpern,
zum Ausbruch,
zum Umbruch;

ein Aus-dem-Rennen-Fallen,
ein Niederfallen,
ein Aus-, ein Um-, ein Zufallen
dem Leben.

Du sitzt auf dem Beifahrersitz
bei dreihundert PS.
Du beschleunigst,
und doch
kommst du dem Licht
niemals nahe genug.

Es drückt dich in den Sitz,
mit hundertdreißig Stundenkilometern
durch die Kurve.
Der Wind schlägt dir in die Augen
und trübt die Sicht:
Es ist eine Erlösung
unklar zu sehen.

Aber:
jede Kurve führt
in die nächste
Runde und zum
Anfang,
zum Anfang,
zum Anfang,
zum Anfang;

Du fährst,
um anzukommen,
um niemals anzukommen,
um zu beschleunigen, um
niemals stehen zu bleiben,
um (d)einem Ende zu entgehen.

Den Schatten suchen
bedeutet, auch dem Licht
nicht länger entkommen
zu können, doch du kannst
die Hitze nicht mehr ertragen.

M. sagt, die Sonne sei ein helles Loch,
und du forderst den Mond auf,
sich dazwischenzuschieben,
seinen kühlenden Schatten über alles zu legen,
dir das Brennen abzunehmen.
(Auch er ist eine Täuschung,
hinter der die Blendung liegt.)

Du suchst nach einem Element
das dich nicht mehr verbrennt.
Du holst Luft
du tauchst ab.

Unter Wasser werden die Zeiten dumpf
alles biegt sich zu einem Einzelnen
Augenblick, du weißt nicht,
ob du fällst oder getragen wirst.

Unter dir verlieren die Schatten
ihre scharfen Ränder
werden zum wogenden Haufen
schimmernder Pflanzentriebe,
die sich der Strömung überlassen.

Ein Schwarm silbern glänzender Fische
zieht seine Kreise um dich,
für einen Augenblick
bist du eine unter ihnen.
Du spiegelst dich in ihren Augen,
siehst dich vervielfacht,
einmal,
hundertmal,
und weißt nicht,
welches Bild zu dir gehört;

du streckst die Arme aus,
um eines davon zu erreichen,
doch sie alle weichen dir aus,
dein Versuch: ein unaufhörliches
Entgleiten, die Bilder, in denen du
dich erkennen kannst, verschwinden.

Du versuchst zu sprechen
setzt Wort an Wort,
ziehst Konturen um das Flüchtige,
bis etwas von dir am Grund                                    der Sprache
liegen bleibt.

Ein Anker,
um dich daran
wiederzufinden.

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