Das Leben ist ein Wald durch den ich renne und mir begegnen mehr Tiere als mir lieb ist. Ihre Gesichter treten zwischen den Stämmen hervor, ihre Körper
schlängeln sich zwischen meinen Beinen, ihre Stimmen jagen nach mir und mein Atem flieht. Ich werfe Stöcke nach dem Licht; immer noch ist mir alles zu hell.
Das Licht ist ein Unort; eine Unmöglichkeit: Es bricht sich selbst
an jeder Oberfläche bunt, die sich ihm entgegenstellt. Auch ich
teile mein Leben in Abschnitte; ein Schimmer bleibt aus
doch die Schnittstellen bluten.
MEMO:
Es gibt keine Grenze,
an der Etwas aufhört
und etwas Anderes beginnt.
In allem war stets das ganze
Spektrum enthalten.
Dein Blick entscheidet,
welche Welt du für die echte hälst.
Jede Handlung erhält ihren (Un)Sinn
erst durch das, worauf sie trifft.


Bedeutet Leben, aus den Blicken der anderen zu treten,
ohne dabei zum Nichtort zu werden?
Ich schneide meinen Körper aus ihren Augen,
(Jedes Auge eine Dunkelkammer, in der ein
anderes Bild von mir entwickelt wird;
Ich bleibe ein Scherenschnitt)
Ich ziehe meine Worte aus deinen Ohren
(schlängle mich wie ein Wurm in deinen
Hirnwindungen fort; welchen Ohrwurm
hörst du, wenn du an mich denkst?)
Ich leere den Sinn aus deinem
offenen Mund, bis nichts mehr
von mir auf deiner Zunge liegt
(ein pelziger Flaum).
Und immer wieder bleiben bloß die Träume
als ein ewiges Gespenst/ Bilder,
die ihren Ursprung überlebt haben:
Anwesenheiten von Abwesenheiten,
Verkörperungen des (Un-)Gesprochenen,
des (Un-)Gesagten, des (Un-)Gedachten,
gezeichnet: in Schönschrift auf Papier.
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