-
Festgeschrieben 3/3
… Kann ich als Leser*in zum Alter-Ego werdendie geschundene Seele der Autorin bergen den Text von Totem befreienkann ich Je näher die Gestorbenen einem stehen, desto intensiver kann der Schmerz über das Verlorene sein und das eigene Sterben ist nicht leicht zu ertragen. Was ist der Mensch angesichts des Todes und wieviele Tode müssen wir…
-
Festgeschrieben 2/3
… Texte sind Gefäße, in die ich meine Bedeutung lege, mit dem Versprechen, sie jederzeit wieder zurückzubekommen. Doch manche Texte sind Porzellan, dicht gepresst zu porenfreien Schichten, so filigran, dass sie den Anschein erwecken, bereits bei der kleinsten Berührung zu Bruch zu gehen und die in sie eingegossene Schreiber*in samt Leser*in unter den Scherben zu…
-
Festgeschrieben 1/3
Mit 16 habe ich einen Essay über Bildschirme und Puzzleteile geschrieben, den einzigen literarischen Text, den ich anderen Menschen zu Jugendzeiten je vorgelesen habe. Mit 23 habe ich den Text vor mir selbst versteckt und zudem eine Menge an eigenen autobiografischen Texten entsorgt, im Glauben an die heilsame Magie von Abschiedsritualen;Heute frage ich mich: Was…
-
Überschreiben 3/3
… die worte liegen brachabgestorbene silbenschwänzelass uns: ihr mahnmalerrichtenin kalten nächtenheulengeisterworteum unsstyroporworteschießenaus unseren mündernihr oberflächentreiben scheintuns triumph im wildwasser_schlund Unzweifelhaft weitet sich mit der Kenntnis neuer Sprache(n) auch der eigene Horizont, doch, sind die Grenzen unserer Sprache, tatsächlich die Grenzen unserer Welt? Kann Sprache die Welt tatsächlich abbilden? Werden Sachverhalte stets bildlich repräsentiert und haben…
-
Überschreiben 2/3
… Als läge etwasauf der Zunge als lägeein Geschmack als lägenKnospen als würde die Lebenslügegrößer werden die Erinnerungausfransen an den Rändern Die Realität wird umso größer, je mehr Worte wir haben, um sie zu beschreiben, doch, was wenn die Worte wuchern, wenn ihre Ableger sich bösartig in unsere Organismen streuen, wenn wir sieniewiederloswerden? das…