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körpergehege
Als Lebensklöße sind wir in Körper_ gehegen gefangen durch Membranen glüht blutrot die Lust Zwischen Erde und Sonne sind wir einander Anschlag auf die Angst/ Ruinen im Apokalypsenmond;
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bloß gewesen
Als meine Sonne den Tag verschlief blieb ich noch in Schatten bestehen;alles war/ bloß gestern gewesenWeltmeere ertranken in mir// Muränenbließen Salzkörneraus Löchern/ der Wind drehte die Zeiten zurück;wo bin ich gewesen/ als mein Scheinen beschlossin Fluten glitzerndzu kapitulieren?
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Käfige und Blicke I
Die ganze Welt erscheint mir wie ein einziger großer Zirkus mit seiner Unzahl von einander immer wieder ausgleichenden und ergänzenden Menschen und Tieren und Apparaten, schreibt Kafka im Hungerkünstler und lässt seinen Protagonisten im Käfig an schönen Tagen ins Freie tragen. Auch Rilke greift das Motiv der Freiheitsbeschränkung in seinem Panther auf. Es ward dem…
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Meerschaum I
Ich träume wieder vom Meer, davon, vor Ozeanen zu sitzen und ihren Tidenhub zu betrachten, jede Welle istzügellos, getragen von der Unmöglichkeit, gehalten zu werden; ein Zerfließen in den Überfluss, aus dem sie stammt, ohne an Essenz zu verlieren; eine Hingabe an das Leben und den Todzugleich. Das Ende der Welle ist leichter zu greifen…
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Sonnenpakt
Was alles zu sagen wäre in diesen Tagen, in denen die Welt sich mit seidenen Fäden an uns knüpft. Ein Verstummen. Jede Silbe: ein Anschlag im Verborgenen; sind wir kippende/ Köpfe, in den Nacken gelegtzur Angst, die Worte/ werden schwer;ich möchte sie in Regentropfen legen und warten, bis die Sonne der Welt ihre Farben offenbart.…