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Traumschatten eines Ninjas
Mein Traum hat lange Schatten, stellt der siebenjährige fest und fasst damit amüsiert zusammen, woran sich die analytische Psychologie seit Jahrzehnten abarbeitet. Detailliert beschreibt er mir, wie er auf dem Weg ins Traumland seinen Körper verlässt, schwerelos über sich selbst schwebt und dabei zwischen zwei Welten verweilt. Ab und an, fügt er hinzu, wenn er…
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rotierender Wortfederflaum
Was ist mein Ich bloß als eine Zentrifuge,die voneinander trennt,was mein ist und was dein;rotierend ist mein Kopf,eingelagert Sedimente/ als Dekantat bleibt in mir/ nur ein trüber Bodensatz. Ich will: den Sand in mir be_schreiben,doch: meine Sätze bleiben löchern;Lautlos rieseln SilbenkörnerMöwen verdauen mein Phrasenaas.Ich will: den Klang von ihnen rupfen/ Spracheaus ihnen ziehen/ die Wörter…
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Feiern, wenn alles fällt
Feiern ist/ein schwaches Verb. So verlässlich wie sein Wortstamm ist auch die Tatsache, dass Menschen regelmäßig feiern, das Leben zelebrieren, es festlich begehen, um (wie der Moderator von Ö3 sagt,) lustig beisammen zu sein. Ein Blick auf österreichische Feiertage zeigt, dass die Mehrheit religiösen Ursprungs ist: Der Himmelfahrtstag, Allerheiligen, Fronleichnam (DAS Hochfest der katholischen Kirche),…
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Sequenzen (Traum VI)
Ich stehe zwischen Gleisen/ ihr Überqueren ist verboten/ meine Schritte werden von einem Bombardement reglementiert//Todesboten fallen aus den Wolken/ aus dunklen Löchern keimt ein Wurm/ es strahlt aus ihm ein heller Schein/ ich bin: sein letztes Abendmahl. Alt geworden sind meine Jünger/ ihre Fratzen werfen Schatten: ein Höhlengleichnis wird zur Idee auf der Wurmmagenwand// ein…