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Wortklimawandel
Gestern nahm ich mir vor/ deine Wörter zu sezieren/ ihnen die Häute abzuziehen/ Wortfelle wärmen in der Nacht// das Ausweiden deiner Phrasen/ versprach mir Orte stiller Einkehr/ in deinem Sprachraum wollt ich wohnen/ in dem nur dein Echo hallt. Gestern nahm ich mir vor/ Wortfäden aus dir zu ziehen/ zu Knäuel gebunden sollten sie mir…
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Seidenfadenschimmern
Hilfslinien sind meine Grenzen,gezogen aus Pulverschnee/ Konturenzerfallen im Wind zu Nebel: Triebschnee zwischen dir und mir/ bin ich: zerfallen; ein Kartenhaus/ auf zerschundenen Tischen/abgelegt sind alle Asse/ Schneeflockenerschüttern mein Fundament. Am Außenrand meines Seegangs/ bin ich einSeidenfadenschimmern; werdezu Sand/ bin Salz, das angeschwemmtin abflusslose Böden rinnt; bleibe liegenim Flussdelta/ eine Salzwiese zwischen Gräben/die mich entwässern/…
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Zugluft
Wenn ich in meinem Kopf verreis, bin ich barfuß unterwegs,aufgefächert in mir thront ein Treppenhaus;es ist: feucht wie dein Mund, an demich klebe: auf kalten Stufen, als Motivoft abgezogen, es bleibenRisse in mir. Die Geländer warnen mich,ich will sie nichts mehr bitten müssen;ins Leere fallen, möchte ich, wo keine Stufen stehen; letzte Nacht bin ich…
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Gesuche
Ich nehme alles zurück, was von der Sonne zu sagen gewesen wäre;alles, bis auf die Verzweiflung, ich nehme alles zurück. Versuche, Gesuche und den Hahnenfuß,vergiss nicht das Schwarz an den Haaren, das Scheitern und nicht das angewinkelte Bein. in welcher Augenhöhe wir die Wörter auf uns hetzen, das einzig Richtige weggelassen,nicht gesagt;nur am Rande scheint…